Visited: Vegan in Groningen

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Gerade mal zwei Stunden von Bremen entfernt liegt Groningen. Das war mir bis letzte Woche tatsächlich entgangen. Was Orientierung und so weiter angeht, stelle ich mich aber auch gerne hinten an. Jedenfalls habe ich dann mal per Happy Cow die vegane Lage gecheckt (die für eine 200.000 Einwohner Stadt beeindruckend vielfältig ist) und ein Hotel Schnäppchen gebucht. Mit veganem Frühstück war nichts zu finden, aber das ist ja auch nicht zwingend notwendig, wenn die Stadt außerhalb des Hotels kulinarisch viel zu bieten hat.

Vorweg ist zu sagen, dass man innerhalb des Stadtkerns alles prima zu Fuss erreichen kann. Wer mit dem Auto anreist (wie wir es wegen Hugos Abneigung gegen Maulkörbe in der deutschen Bahn leider tun mussten), findet im Umland günstige Hotels und stellt sein Auto am besten auf einem der zahlreichen Park and Ride Parkplätze ab und bewegt sich per Bus in die Stadt. In den Bussen brauchen Hunde keinen Maulkorb und wir brauchten für Hugo auch kein Ticket zu lösen.
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Happy Cow ist recht umfassend für Groningen. Ein bißchen recherchieren schadet aber nicht. Ein Problem sind nämlich die Öffnungszeiten der Lokale. Die reinveganen Läden haben allesamt abends nicht geöffnet. Gerade wenn man am Wochenende anreist, kann es sonntags auch untertags schwierig werden. Also macht Euch vorher einen Plan, was Ihr wann besuchen möchtet, damit Euch nichts durch die Lappen geht 🙂

Wir landeten am ersten Abend bei Lux, das in der App als Restaurant mit vielen veganen Optionen und spektakulären Pizzen eingetragen ist.
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Von außen völlig unscheinbar, entpuppte sich der Laden innen als turbulenter Pizzadienst, der liefert, aber auch Abholmöglichkeiten hat. Wir sahen vermutlich ziemlich hungrig aus und durften unsere Pizza ausnahmsweise vor Ort essen, da wir ja kein Zuhause hatten. Die halbe Crew sprach Deutsch und hat uns sehr nett empfangen, Tipps gegeben, ein Pizzabrot mit Dipps spendiert und mit wahnsinnig leckerer Pizza glücklich gemacht. Während der Wartezeiten trudelten Menschen vieler Nationalitäten ein und viele bestellten wie wir vegane Pizzen. Ein tolle Atmosphäre!
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Direkt gegenüber des Lux fanden wir durch Zufall einen reinveganen Supermarkt. Wir konnten unseren Augen kaum trauen.

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Vegan super hat ein umfassendes Lebensmittelangebot, eine Snacktheke, frisches Gebäck und einen wahnsinnig netten ?Besitzer?, der mich freundlicherweise sogar noch aufs Klo gelassen hat. Auch hier wurde Deutsch und Englisch gesprochen. Dort habe ich dann auch ein paar leckere Puddingteilchen erstanden, um für den Morgen im Hotel gerüstet zu sein.
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Am Samstag Vormittag ging es dann gleich zu Anat. Dieses reinvegane Cafè/Bistro liegt wunderschön am Rand eines Parks. Sehr praktisch, wenn der Hund noch den Dingen nachgehen möchte, die Hunde morgens gerne tun (sich mit Gänsen anlegen z.B.).
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Schon an der Anzahl der Fotos werdet Ihr sehen, dass uns der Laden komplett verzaubert hat. Nicht fotografiert habe ich den zweiten Gastraum im Obergeschoss, der einen schönen Blick auf den Park hat. Ich wollte die anderen Gäste nicht stören.
Wir haben Oatmeal, Sandwiches, heisse Schokolade und sonntags zuhause in Bremen noch vorher mitgenommene Kuchen probiert. Jeder Bissen war durch und durch lecker. Hugo wurde mit Wasser versorgt und wir konnten uns Samstag auf Englisch und Sonntag auf Deutsch verständigen. Die Angestellen waren so freundlich, dass man uns am ersten Tag anbot, bei Fragen zu Veganem in Groningen einfach mal im Laden anzurufen und Sonntag wurden uns noch Orte für Hunde Spaziergänge erklärt 🙂
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Glücklicherweise erledigt man als Besucher in Groningen ja alles zu Fuss. So waren wir einen Stadtrundgang später (spart Euch die Suche nach veganen Schuhen, außer Ihr möchtet die ganze Stadt sehen) bereit für das nächste reinvegane Lokal.

De Herbivoor liegt mitten in der Innenstadt und hat ein wahnsinnig warmes Ambiente mit freundlichen Farben, Sitzbänken, wunderschönen Holztischen und bunten Sammeltellern an den Wänden.
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Alle Gerichte sind aus Biozutaten und als gesund einzustufen. Allerdings die Sorte gesund, die gleichzeitig so lecker wie Junkfood ist. Ich weiß nicht, wie sie es machen, aber der ganze Laden riecht nach einer Pfanne voll heisser Butter. Wenn man die Augen schliesst, denkt man, man säße bei seiner Oma in der Küche. Die Speisekarte gibt es auch auf Englisch und erneut kamen wir mit einer Mischung aus Englisch und Deutsch zu einem leckeren Mahl, vielen Tipps und einem herzlichen Empfang samt Wasser für Hugo.
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Wir haben einen Speltwrap (der Wrap war ein frisch gebackener Dinkelpfannekuchen) und den Herbivoreburger sowie eine phantastische Suppe des Tages getestet. Wir wären am liebsten dort eingezogen. Nach dem Fressmarathon brauchten wir aber erstmal eine Pause im Hotel für ein Nickerchen.

Abends ging es erneut auf die Piste. Und wieder sahen wir den größten Teil der Stadt. Diesmal allerdings unfreiwillig. Nicht nur die Öffnungszeiten der anvisierten Lokale, sondern auch Hundeverbote (Friet van Piet) und eine geschlossene Gesellschaft machten uns einen Strich durch die Rechnung. Durch Zufall kamen wir dann an einem Thairestaurant vorbei, das bei Happy Cow hochgepriesen, aber laut der App samstags geschlossen sein sollte. Wundersamerweise war Thai Jasmine aber offen.
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Zwar war es rappelvoll, aber die nette Dame am Empfang hatte wohl Mitleid mit uns (wir waren inzwischen ziemlich abgekämpft) und fand nach einer Viertelstunde Wartezeit ein Plätzchen für uns und Hugo.
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Auch hier sprachen alle Englisch, manche Deutsch und es gab eine englische Speisekarte mit Kennzeichnung vegetarischer Gerichte, die fast alle vegan waren. Das Essen war phantastisch. Ich habe noch nie so gut thailändisch gegessen. Allerdings sind auch die Preise gehoben (was uns in unserem Glück, noch einen Platz zu bekommen, nicht aufgefallen war). Also nichts für eine knappe Reisekasse, aber ein tolles Restaurant.
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Am Sonntag haben wir nach einem Frühstück bei Anat noch einen kleinen Ausflug ans Hoornse Meer im Süden Groningens gemacht, wo Hunde von Oktober bis April willkommen sind.
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2017-03-19 11.56.22 Eigentlich wollten wir hoch an die Küste (im Hotel wurde uns für einen Ausflug die kleine Stadt Lauwersoog empfohlen), aber das extrem windige und nasse Wetter sprach dagegen. Insgesamt war es ein wunderschönes Wochenende und wir können die Stadt jedem Veganlebenden ans Herz legen. Das Niedersachsenticket gibt es übrigens in einer Plusvariante einschliesslich Groningen.

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