Veganes Berlin – eine kulinarische Kurzreise

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Der Beste aller Männer musste in Berlin eine mehrtägige Kinderreanimationsfortbildung absolvieren. Hugo und ich haben diese wunderbare Chance ergriffen und haben ihn begleitet. Kulinarische Fortbildung quasi. Nicht umsonst wird Berlin auch als die vegane Hauptstadt Europas bezeichnet. Wir Bremer haben es ja schon gut, aber Berlin hat wirklich sehr viel zu bieten, was die vegane Küche angeht. Als Vorbereitung habe ich mir die Apps Happy Cow und Berlin Vegan runtergeladen. Letztere ist zwar sehr bequem und umfassend, leider sind aber auch Angebote veraltet, so dass ich auch mal vor Läden stand, die es nicht mehr gab. Also am besten nochmal gegenchecken, bevor man quer durch die Stadt fährt.

Fortbewegt haben Hugo und ich uns mit der U- und S-Bahn. Das war für ihn eine absolute Premiere. Aber bereits am zweiten Tag war er Vollprofi und hat stets den halben Waggon unterhalten. Im Laufe der vier Tage haben wir verschiedene Locations besucht und viele Fotos für Euch gemacht. Teilweise hatten wir auch Freunde dabei, so dass Ihr viele verschiedene Dinge sehen könnt.

Da ich schon Hugos Zeug und Wasser mit mir schleppen musste, habe ich die gute Kamera zuhause gelassen. Also verzeiht mir bitte die Qualität der Fotos.

no milk today

Das no milk today ist ein niedliches Café in Kreuzberg. Man erreicht es mit der U7, Haltestelle Südstern. Die Einrichtung ist hell, freundlich und kreativ. Wir wurden nett begrüßt und haben uns eine gemütliche Ecke mit Retromobiliar ausgesucht.
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Die Karte umfasst neben einer reichen Getränkeauswahl auch Kleinigkeiten zu essen. Am Tresen kann man verschiedene Kuchen usw. auswählen.
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Zwar gab es auch ein Frühstück mit Aufstrichen und eines mit Rührtofu, aber mir war nach etwas ganz neuem. Der Tagesbagel war mit lecker gewürztem Seitan, getrockneten Tomaten, Frischkäse und Gemüse. Einfach nur lecker.

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Die nette Frau hinter dem Tresen hat mich dann auch mit weiteren Tipps versorgt, als sie von meiner Apppleite mit den geschlossenen Bäckern hörte. Ein rundum empfehlenswerter Laden!

Mamma Monti

Eigentlich wollte ich unbedingt ins La Mano Verde. Abends wäre das mit Hund eher schwierig geworden, also habe ich mir überlegt, mittags hinzugehen. Ich hatte die Hoffnung, es ginge dann legerer zu. Also auf in die U-Bahn und zum Ku’damm. In einer Seitenstrasse residiert das Restaurant im Kempinski Plaza. Nachdem ich mich an rauchenden Friseusen von Udo Walz vorbei in den Innenhof begeben hatte, verließ mich der Mut. Hugo und ich sahen nach vielen Fussmärschen und Nieselregen etwas mitgenommen aus und der Kellner musterte uns schon vom weiten kritisch. Dazu kamen gestärkte Tischdecken und komplett eingedeckte Tische. Das war nichts für Hugo und mich. Eine Alternative musste schnell her. Nach einer Runde durch den Tiergarten war der Bagel nämlich schon verdaut, die Blase voll, der Hund genervt. Also habe ich die nächste Location von der Berlin Vegan App angesteuert und fand mich im Mamma Monti, einer omnivoren Pizzeria mit vielen veganen Gerichten wieder. Ich konnte mit Hugo draußen sitzen und ihn praktischerweise an einen Pfosten hängen. Für 9,50 bekam ich ein Mineralwasser, frisches Brot, einen gemischten Salat und ein Gemüserisotto. Einfaches, leckeres Essen ohne Chichi. Keinen Extraausflug wert, aber eine akzeptable Angelegenheit.

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Vaust

Am Abend stieß endlich der beste aller Männer zu uns, sowie ein guter Freund aus Schulzeiten. Gemeinsam fuhren wir nach Charlottenburg. Mit den Öffis geht es am besten über den S-Bahnhof Savignyplatz.
Das Vaust ist eine Braugaststätte, serviert also hausgemachtes Bier. Die Atmosphäre ist gemütlich bis romantisch, gedämpftes Licht, dunkle Holzmöbel… Herausstechen tut der Arbeitsplatz des restauranteigenen Hundes, der ein Körbchen im Laden hat. An diesem Abend hatte er glücklicherweise frei, so dass Zwischenfälle mit Hugo ausgeschlossen waren.
Auf der Karte fanden sich neben besagtem Bier (das man auch mit Mango-Chili-Sirup bestellen konnte) auch hausgemachte Limonaden. Der Beste aller Männer entschied sich für Erdbeerlimonade, die mit Limetten serviert wurde. Es erinnerte an einen karamelligen Erdbeercaipi und war einfach unwerfend lecker. Wir sind nach dem ersten (auch sehr leckeren) Bier sofort umgeschwenkt. Vorneweg gab es Brot aus den Trestern der Biergewinnung mit Olivenöl und Kräutersalz.
Alle Speisen waren lecker, aber der Schokokuchen war einfach grandios!
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Kartoffelsuppe mit Joghurt-Dill-Creme und Maisbällchen
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Sojageschnetzeltes mit Champignons, Spargel und Wildreis
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Spargelquiche
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Tafelspitz mit grüner Sauce und Wurzelgemüse
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Der unglaublichste aller Schokokuchen 🙂
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Freckles

Auf dieses Café hatte ich mich besonders gefreut. Also fuhren Hugo und ich mit der U7 zur Gneisenaustrasse. Von da aus ging es zu Fuß durch Kreuzberg. Ich war das letzte Mal vor 15 Jahren in Berlin und war richtig geflasht, was sich hier getan hat. Man könnte mehrere Tage nur damit zubringen, die ungewöhnlichen, kleinen Läden zu erkunden und Blicke in die vielen Cafés zu werfen. Nachdem wir uns halbwegs satt gesehen hatten, ging es endlich ins Freckles. Eine gradlinige, dennoch warme Einrichtung mit bequemen Holzbänken und kleinem Außenbereich war für Hugo und mich perfekt. So ließen wir uns zu einem Salted Caramel Kakao und Beeren-Creamcheese-Torte nieder. Einfach umwerfend. Ebenso wie die nette, aus Bremen stammende Bedienung. Am liebsten wäre ich einfach sitzen geblieben, aber Hugo wollte weiter.
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Bergmann Curry

Unweit des Freckles liegt Bergmann Curry, eine omnivore Imbissbude. Das Besondere ist die vegane Extrakarte, deren Speisen auch in einer Extraecke zubereitet werden. Auch auf die Trennung der Fritteusen wird geachtet. Für mich gab es einen Burger und für Hugo eine ungesalzene Pommes. Die sind das einzige Menschenfutter, dass der Kleine trotz seiner vielen Allergien verträgt und ich hatte ihm für diese Reise eine eigene Portion versprochen. Da es stark regnete, hatten sich viele Menschen am Imbiss untergestellt, die den Pommeshund kurios fanden, aber um in Berlin WIRKLICH aufzufallen, muss man mehr aufbieten.
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Mio Matto

Wer mich etwas länger kennt, weiß, dass ich trotz des Besten aller Männer Dreads unwiderstehlich finde. Kein Wunder also, dass Björn Moschinski für mich unter den veganen Köchen besonders heraussticht. Da ich all seine Büche besitze, war sofort klar, dass ich in Berlin ins Mio Matto muss. Mit Freunden reservierten wir für den Samstag Abend. Das über dem Veganz gelegene Restaurant erreicht man über die U1 (Warschauer Str.). Da unsere Reservierung verschlampt wurde, hatten wir Glück, schon gegen 19h da zu sein. Es war noch ein Tisch mit Mehrplatz für Hugo verfügbar. Gegen 20h füllte sich das Lokal schlagartig. Vorher hatten wir aber noch das Glück, Björn und seine Freundin zu sehen. Und das Pech, dass Hugo ihre Hündin nicht besonders mochte. Das nahmen die Tierfreunde aber mit Humor und wünschten uns einen schönen Abend. Und das wurde er auch. Nach einem Apéritif aus Gin, Basilikum, irgendwas und einem Eisblock folgte ein leckerer Gruß aus der Küche.
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Wir entschieden uns für das Abendmenü, aber seht Euch diese Pracht selbst an.

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Ich denke, die Bilder sprechen für sich selbst. Dieses Menü war meine erste, vegane fine dining Erfahrung. Es war anders, es war gut, ich empfehle es weiter. Ledglich an der Temperierung des Gastraums könnte noch gefeilt werden. Durch die vielen Glasfronten war es schon recht warm, als wir kamen. Aber durch die vielen Menschen war es ab 22h grenzwertig stickig und als wir gegen 23h leicht verschwitzt auf die Strasse traten, freuten wir uns alle über die frische Luft. Dennoch ein unvergesslicher Abend.

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