Revisited: das vegane Berlin ist immer eine Reise wert

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Treue Leser*innen werden sich erinnern, dass wir im letzten Jahr schon mal beruflich in Berlin waren. Mein Mann war bei einer Fortbildung und Hugo und ich erkundeten die Stadt per U-Bahn. Einen Bericht dazu findet Ihr hier. Normalerweise bleiben wir in unserem Sommerurlaub immer zu Hause. Das schlechte Wetter und die Beste aller Nachbarinnen haben es aber möglich gemacht, den Garten zurückzulassen und ein paar Tage wegzufahren. Da Kristian damals fast nichts von der Stadt mitbekommen hat, haben wir uns entschlossen, noch einmal Berlin zu besuchen. Letztes Jahr war ich ausschliesslich auf die U-Bahn angewiesen, da ich Hugo kein Busfahren mit Maulkorb zumuten wollte. Diesmal hat Kristian uns chauffiert, so dass wir nicht nur meine Favorites erneut besucht haben, sondern auch Adresse besuchen konnten, die damals nicht in meinem Radius lagen. Da die Lokale durchweg gut besucht waren, habe ich auf Fotos jenseits des Essens verzichtet, wo andere Menschen im Bild waren. Ich werde Euch aber jeweils die Internetseiten der Läden mitverlinken, damit Ihr Euch einen Eindruck verschaffen könnt. Eines noch vorweg: ich habe erneut mein Glück mit der Berlin Vegan App versucht und stand erneut vor Läden, die es nicht mehr gab. Das betrifft vor allem Bäcker. Checkt unbedingt, ob Euer Ziel noch existiert, bevor Ihr Euch auf längere Wege macht. Da wir zwischen dem Essen jede Menge Sightseeing, Hundespaziergänge und ähnliches absolviert haben, gibt es nur Fotos in Handyqualität. Die Kamera wäre einfach zu unhandlich gewesen.

Beginnen wir in Friedrichshain mit Yoyo Foodworld. Dieser leicht abgerockte, aber sehr charmante Laden bietet Junkfood vom Feinsten. Der Laden war brechend voll, drinnen wie draussen tummelten sich bunten Menschen, wo auch immer ein Plätzchen zu finden war. Man nimmt sich irgendwo eine Karte vom Tisch, sucht sich etwas aus und bestellt dann an der Essensausgabe, bezahlt und erhält eine Nummer. Und setzt sich dann entweder irgendwo dazu oder wartet, bis etwas frei wird. Das Geschirr räumt man selbst ab und holt sich mal eben einen Lappen, falls man Bedarf hat. Ich habe mich in diesem kommunikativen Umfeld sofort wohl gefühlt und auch Hunde sind gern gesehen. Hugo stellte sich einfach mal in den Weg und nahm Streicheleinheiten mit, wo er konnte.
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Als unser Essen dann ausgerufen wurde, staunten wir nicht schlecht. Zwei große Teller selbstgemachter Pommes, Burger und Salat, zwei Fritz und eine salzfreie Pommes für Hugo kosteten gerade mal 18 Euro. Ketchup konnte man nehmen, soviel man wollte. Damit wird so ein Fastfoodabend für viele erschwinglich und dafür räume ich dann auch gerne selbst ab. Kein Laden für ein Candlelightdinner, aber einer für den großen Junkfoodhunger und zum netten Verweilen zwischen unterschiedlichsten Menschen.

Das Café no milk today in Kreuzberg werdet Ihr vielleicht noch aus meinem letzten Bericht kennen. Dorthin musste ich Kristian unbedingt für ein gemütliches Frühstück auf der Terrasse entführen. In den Laden hatte ich mich bereits beim ersten Besuch verliebt. Individuell mit viel Liebe eingerichtet liegt es in einer ruhigeren Nebenstrasse. Wie beim letzten Mal war die nette Betreiberin leicht zum Plaudern zu überreden und versorgte uns mit jeder Menge Tipps. Und einem wunderbaren Frühstück. Ihr seht ein hausgemachtes Dinkelcroissant mit Aufstrich nach Wahl, die leckeren Bagels und Scrambled Tofu.
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Hugo war übrigens gerne gesehen und bekam sogar seine Wasserflasche für die Weiterreise aufgefüllt. Falls Ihr auch mit einem Hund unterwegs seid, liegt ganz nah der Hundeauslauf im Volkspark Hasenheide.

Ein weiteres, entzückendes Café in Kreuzberg ist das freckles. Es liegt nahe der Bergmannstrasse, wo man schön bummeln kann. Die gesamte Umgebung ist schön zu Fuß zu erkunden und man kann direkt ins bunte Leben eintauchen. Das Café selbst ist im Souterrain einer ruhigen Nebenstrasse und mit individuellen Holzmöbeln bestückt. Es gibt die leckersten Torten und Heissgetränke, aber auch Limos und zb Paninis. Wir haben Schoko-Banane und Nougat mit Marzipandecke probiert.
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Nun kommen wir zu meinem ganz persönlichen Highlight. Kennt Ihr das, wenn Ihr in ein Lokal kommt und denkt, das wurde speziell für Euch eröffnet? So ging es mir mit dem let it be in Neukölln. Das war eines der Ziele, die mich schon letztes Jahr reizten, aber mit Hugo schlecht erreichbar waren. Dieses Jahr stand es ganz oben auf meiner Liste, auch weil ich inzwischen einen begeisterten Bericht einen anderen Bremerin gelesen hatte. Der Laden liegt im Erdgeschoss eines Altbaus mit hohen Decken und hat einen tollen, alten Dielenboden. Wir entschieden uns wegen Hugo für den leereren, hinteren Bereich. Dort hingen die Wände voll mit kuriosen, wilden, schönen Dingen. Sammeltellern, kleinen Bilderrahmen, Minikakteen, Kochbüchern. Die einfachen Holzmöbel lassen es zu, die Tische nach Belieben zusammen und auseinander zu stellen. Am besten gefiel mir ein Schild mit der Aufschrift ‘eat like you give a damn’. Gut, haben wir gemacht :D
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Noch bevor wir bestellt haben, bekam Hugo einen Napf Wasser serviert und ein geschältes Möhrchen. Man muss dazu wissen, dass unser seltsamer Hund Möhren liebt, aber halt nur geschält. Wir waren völlig baff und Hugo verliebt. Er hat darauf hin jeden weiteren Handgriff im Laden aufmerksam beobachtet. Aber kommen wir zum Essen. Die Karte ist eher klein, aber umso kreativer. Es gibt süße und deftige Crepes, Burger und Sandwiches. Außerdem wechselnde Angebote und Kuchen und Gebäck, aber auch Cocktails.
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Ich entschied mich für einen Crepe mit Schinken-Käse-Lauch-Sahne-Füllung. Jeder Biss war unglaublich. Sahnig, schlatzig, aromatisch. Auf der anderen Seite des Tisches war Kristian ebenso begeistert von seinem Burger mit Sojasteak, karamellisierten Zwiebeln, Barbecuesauce und weiterem Gedöns. Eigentlich hätten wir an dieser Stelle satt und zufrieden nach Hause gehen können. Aber wann bekommt man schon mal so tolles Essen in einer solchen Atmosphäre. Um den Sättigungsgefühl zuvor zu kommen, bestellte Kristian schnell noch ein Gericht namens ‘Pamela Anderson’, bestehend aus in Pancakes eingebackenen Bananen mit Erdnussbutter und Sirup.
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Damit hat er sich dann beinahe ins Koma befördert, aber es war die Sache allemal wert ;) Es gibt im let it be aber auch viel gesunde Küche und gemüselastiges. Alles was wir gesehen und probiert haben war großartig. Also hin da!

Bei strahlendem Sonnenschein bietet sich ein schnelles Frühstück im Kiez-Vegan in Kreuzberg an, das schon um 09:00 öffnet.
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Der türkische Imbiss mit gemütlicher Aussenbestuhlung bietet zwar auch ein Frühstück mit hausgemachtem Brot, Aufstrichen und allerlei Gedöns an, aber wir entschieden uns für (Vollkorn?)-Teigtaschen und Schiffchen. Die gab es mit verschiedensten Gemüsen gefüllt und sie waren noch backofenwarm.
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Lecker, sättingend und preisgünstig und auch super zum Mitnehmen. Während wir in der Sonne frühstückten, füllte sich drinnen die Salattheke mit Köstlichkeiten. Außerdem werden wechselnde Mittagsgerichte angeboten. Ein schöner Laden auch für kleine Geldbeutel. Wir fühlten uns sehr wohl.

Die vegane Dönerbude mit dem passenden Namen Vöner findet sich in Friedrichshain. Ebenso wie das Yoyo empfanden wir den Laden leicht abgerockt, aber gemütlich mit zusammengewürfelten Möbeln. Neben Döner in Tasche und Dürum gibt es selbstgemachte Pommes, Burger und mehr. Für Hugo wurde auf Anfrage ein kleiner Teller der tollen Pommes ohne Salz zubereitet, so dass es auch ihm gefiel. Alles in allem einfach eine solide Dönerbude :-)
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Wer endlich mal richtig gutes Eis in einer veganen Eisdiele essen möchte, kann das jetzt in Prenzlauer Berg tun. In der Danziger Strasse liegt Kontor Eismanufaktur Berlin. Neben vielen Fruchteissorten und natürlich veganen Waffeln gab es umwerfende Milcheissorten. Neben Vanille und der schokoladigsten Schokolade gab es auch abgefahrene Sorten wie schwarzer Sesam, Salzkaramell mit Popcorn, Haselnuss mit Florentiner oder gebrannte Mandel.
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Neben Eiskugeln gibt es auch Becher, Spaghettieis und Specials mit Donut. Da es gerade recht kühl und windig war, war wenig los als wir kamen und die nette Besitzerin hat mich auch noch mit Tipps zu Eisherstellung zu Hause versorgt. Übrigens gibt es auch tolle Außenplätze.

Für unseren letzten Abend haben wir uns das von einer Freundin dringend empfohlene The Bowl aufgehoben. Es liegt in den Räumlichkeiten des ehemaligen Mio Matto über dem Veganz an der Warschauer Brücke. Da wir dort letztes Jahr das Ambiente mochten und auch genug von Junk Food hatten, wollten wir das neue Restaurant mit dem Clean Eating Konzept unbedingt testen. Bevor ich mehr erzähle, zeige ich Euch aber erstmal meine neuen, veganen Treter. Denn direkt neben dem Restaurant liegt eine Filiale von Avesu und ich hatte Geburtstag und man kann nicht genug bequeme Schuhe haben.
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Aber zurück zu The Bowl. Online konnten wir keine Karte finden, wussten nur, dass es gesundes, aromatischen Essen in Schüsseln geben soll. Wir liessen uns also überraschen. Da wir keinen Tisch reserviert hatten, musste wir kurz warten und bekamen dann eine schöne Ecke am Fenster. Ideal für Hugo, da es dort generell eher eng ist. Soweit ich es beurteilen kann, hat sich an der Inneneinrichtung nichts oder kaum etwas verändert. Schöner Boden, dunkles Holz, türkische Polster, große Fenster.
Die Karte habe ich Euch direkt mal fotografiert, bzw die wichtigsten Seiten.
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Zu Trinken hatten wir hausgemachte Limonade von Limetten und Minze, die einfach umwerfend lecker schmeckte. Sie wurde in niedlichen Gläsen serviert und ich hätte am liebsten einen Eimer mit nach Hause genommen.
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Als Starter haben wir uns für frittierte Süßekartoffeln mit Dips und Spinat mit Sesam entschieden. Beides war umwerfend gewürzt und sehr lecker.
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Als Hauptspeise wählte Kristian den aktuellen local bowl. Der war raw und schmeckte ihm gut, obwohl er eher ein Gemüsemuffel ist.
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In meiner California Bowl war (leider nicht ganz reife) Avocado in Sesam, Süßkartoffel, Spinat, Quinoa und viel Rohkost.
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Insgesamt wiederholen sich die Komponenten der Vorspeisen auch in den verschiedenen Bowls. Um möglichst viel zu probieren, muss man klug zusammenstellen. Alles hat toll geschmeckt, der Service war nett und wir würden gerne wiederkommen. Im Vergleich zum Mio Matto Besuch fiel mir auf, dass der Umschlag viel schneller war. Also das Essen kam schnell aus der Küche und die Leute gingen auch recht schnell wieder. Das mag auch daran liegen, dass konstant Menschen vorne warteten, um einen freiwerdenden Tisch zu ergattern. Da wir aber noch einen weiteren Termin an dem Abend hatten, passte uns das sehr gut.

Zusammenfassend kann man sagen, dass Berlin ein veganes Schlaraffenland ist, das für jeden Geschmack und jeden Geldbeutel Köstlichkeiten bereithält. Obwohl wir uns wieder nur auf reinvegane Läden beschränkt haben, steht immer noch vieles auf unserer Liste. Wir hatten mit der Anreise am Montag aber auch etwas Pech, da viele Lokale Montag und Dienstag Ruhetag haben.

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