Max‘ Bauerngärten

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Als ich in Berlin war, habe ich mich nicht nur neuen, kulinarischen Genüssen gewidmet, sondern auch alten Freundschaften. Mein Schulfreund Max hat in Berlin ein spannendes Projekt gestartet, das ich schon länger über die zugehörige Seite und bei Facebook verfolge. Jetzt konnte ich es mir vor Ort ansehen und war einfach nur begeistert.

Aber worum geht es eigentlich? Der typische Berliner verfügt im Normalfall weder über einen Garten, noch das Knowhow oder die Zeit sein Gemüse selbst anzubauen. Trotzdem besteht bei vielen Menschen der Wunsch, die Nahrung an ihren Ursprung zu verfolgen und selbst Hand anzulegen. Dank der Bauerngärten ist das nun zumindest in Berlin möglich. Max und sein Team haben an nun mehr drei Standorten Gemeinschaftsgärten angelegt.
Die Beete sind kreis-, bzw. spiralförmig. In der Mitte liegt eine Kräuterspirale, dann beginnen Gemüse, aber auch einige Blumen. Auf den äußeren Ringen wachsen die Pflanzen, die am meisten Platz brauchen, wie zb Kürbisse, Tomaten und Bohnen. Zwischen den Ringen sind Kleewege. Diese dienen einerseits der bequemen Bearbeitung, andererseits erleichtern sie die Fruchtfolge fürs nächste Jahr, weil man Pflanzring und Kleering tauschen kann. Und noch ein positiver Nebeneffekt ist, dass die Bienen den Klee lieben und der ganze Garten summt und brummt.

Das Besondere an den Gärten ist außerdem, dass man sie fix und fertig bekommt. Sie werden von Max und seinem Team im Frühjahr vorbereitet. Man bekommt also ein fertig angelegtes, eingesätes und mit Jungpflanzen bestücktes Beetstück. Außerdem wird das nötige Wissen vermittelt, um sich ab diesem Punkt weiter durchs Gartenjahr zu bewegen. 1-3 Stunden pro Woche reichen aus, um 3-4 Personen die Saison über mit Gemüse zu versorgen. Die Bewässerung erfolgt automatisch über Brunnen, so dass man sich darum nicht kümmern muss. Eine Parzelle ist ein Tortenstück, so dass man jeweils links und rechts einen Nachbarn hat.

Besonders gut gefiel mir, dass ein reges Leben im Garten herrscht. Kinder, die wie kleine Nacktfrösche an den Wasserstellen spielen, Eltern bei der Gartenarbeit, Familien beim Picknick, neugierige Besucher. Es war ein herrlicher Anblick.

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Das von mir besuchte Parzellengebiet (in Berlin hat Max 500 Parzellen an drei Standorten) liegt in einem öffentlichen Park in Pankow. Das ist besonders schön, weil so viele Menschen darauf aufmerksam werden. In diesem Park sind 8 kreisförmige Beete angelegt.

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Die Kleewege zwischen den Pflanzringen

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Es wird ausschliesslich Biosaatgut verwendet. Zur Schädlingsvorbeugung werden Mischkulturen angelegt.

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Max in seinem Gartenimperium 🙂

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Die stolzen Besitzer der Parzellen markieren natürlich ihr Gebiet.

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Direkt neben dem Geschehen wird der Garten als Treffpunkt und Kommunikationsraum genutzt. Einer dieser netten Picknicker war sogar Bremer, wie sich bei einem kurzen Schnack rausstellte.

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Auch Hugo fand den Garten toll. In die Parzellen durfte er natürlich nicht.

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Zur Bewirtschaftung nutzt Max unter anderem diesen alten Porschetrecker. Dann und wann kommt der mit nach Haus und steht vor seiner WG. Wenn man aus dem Fenster sieht, kann man immer mal wieder Mitfünfziger mit Entzücken auf dem Trecker sitzen sehen, die verträumt in die Ferne blicken.

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Neben den Bauerngärten bewirtschaftet Max noch zwei weitere Flächen in dem Park. Hier wächst Roggen.

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Und hier verschiedene Kartoffeln. Diese werden übrigens durch eine Behinderteneinrichtung gepflegt.

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Hier sieht man, wie wenig invasiv die Gärten sind. An dieser Stelle lag letztes Jahr noch ein Beetkreis. Die Strukturen sind nur noch wenig zu erkennen. Durch die Kleeringe wachsen die Wiesen in einer Saison wieder zu, wenn man mit etwas Rasensaat nachhilft.

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Und auf dieser Wiese lag vor zwei Jahren ein Beetkreis. Wenn ich es nicht gewusst hätte, wäre ich niemals auf die Idee gekommen. Nur dann und wann stolpert man über eine wild ausgesähte Gemüsepflanze.

Alles in allem war es ein wunderschöner Tag in Max‘ Bauerngärten und ich finde, sowas sollte man in Bremen auch machen!

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