Bremer Scheerkohl mit Bärlauchstampf und Räuchertofuchips

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Kennt Ihr eigentlich Scheerkohl? Wenn nicht, braucht Ihr Euch nicht zu wundern. Das ist ein ganz altes Blattgemüse, das im 19. Jahrhundert sehr beliebt war. Seit Mitte des 20. Jahrhunderts wurde es quasi nicht mehr angebaut, vor ein paar Jahren erlebte es aber ein Revival und hat seinen alten Platz in der Bremer Küche wieder eingenommen. Geschnitten wird er mit den Sense, woher auch der Name stammt. Der Rest von Deutschland sagt übrigens Schnittkohl. Wenn die Pflanzen so jung und zart sind wie jetzt, kann man die Stiele mitkochen und verwendet den Kohl im Ganzen. Sind die Stängel fester, müssen sie entfernt werden.
Geschmacklich ist Scheerkohl zwischen Spinat und Grünkohl einzuordnen und wird daher traditionell mit fettem Speck und Grützwurst kombiniert. Aber so ein leckeres Gemüse muss man nicht erschlagen, sondern unterstreichen. Daher habe ich mich in der veganen Version mit leicht geräuchertem Tofu von Nagel (Nigari mit Buchweizenrauch) begnügt. Wenn Ihr es deftiger mögt, könnt Ihr natürlich auch stark geräucherten Tofu verwenden.

2 Personen

1kg frischer Scheerkohl (der fällt zusammen wie Spinat), gut gewaschen
3 große Zwiebeln in halben Ringen
2 chin. Knoblauchknöllchen, gehackt
1/2 kg Kartoffeln, in Stücken (ich nehme halb festkochende und halb mehligkochende Kartoffeln, so wird es cremig mit Stücken)
10-15 Blatt Bärlauch, fein gehackt
2 EL Alsan oder andere Margarine
etwas Sojamilch
etwas Sojasahne
Gemüsebrühpulver
Salz, Pfeffer, Muskat
250g Räuchertofu

Den Tofu mit dem Sparschäler fein schneiden und in Öl in einer beschichteten Pfanne knusprig anbraten. Zum Abtropfen beiseite stellen.
Die Kartoffeln salzen und weich kochen.
Die Zwiebelringe in Öl weichbraten, den Knoblauch kurz mitbraten und soviel Kohl zugeben, wie in die Pfanne passt. Etwas Wasser anschütten, einen Deckel auflegen und warten, bis der Kohl zusammengefallen ist. Dann Kohl nachgeben usw., bis aller Kohl geschrumpft ist. Falls Ihr nun viel Wasser in der Pfanne habt, schöpft fast alles ab. Dann den Kohl mit Brühpulver, Salz, Pfeffer und Muskat würzen und mit etwas Sahne abrunden. So kann er einen Moment auf dem Herd warmgehalten werden.
Die Kartoffeln abschütten und die Margarine zugeben. Beim Stampfen solange Sojamich zugeben, bis die Konsistenz cremig ist. Jetzt mit Salz, Pfeffer und Muskat abschmecken und den Bärlauch unterühren.
Schon sind wir fertig und können uns über diese veganisierte Bremer Köstlichkeit hermachen 🙂

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